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Struktur und Konzeptionen in den Schulstufen

Die Sekundarstufe I - Erprobungsstufe

a)     Gestaltung des Übergangs von der Grundschule zum Gymnasium

In die Klasse 5 unseres Gymnasiums kommen Kinder aus etwa 18 verschiedenen Grundschulen mit unterschiedlichen Fachkenntnissen und Lernerfahrungen. Die Kinder müssen sich einerseits vom pädagogischen Grundkonzept der Grundschule (fast alle Fächer werden von einem Lehrer unterrichtet = „Klassenlehrerprinzip“) auf das des Gymnasiums (Fächer werden von unterschiedlichen Lehrern unterrichtet = „Fachlehrerprinzip“) umstellen. Andererseits müssen sie sich auch an ein neues Gebäude, neue Bezugspersonen und neue Sachanforderungen gewöhnen. Durch einen behutsamen Übergang werden die Schüler mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen an die Arbeit des Gymnasiums herangeführt.


Dazu möchte unsere Schule

  • den Eltern der Grundschüler vor dem Schulwechsel eine Entscheidungshilfe für die Wahl der weiterführenden Schule anbieten,
  • den Übergang auf das Gymnasium möglichst angstfrei und ohne Probleme gestalten (Die ersten Schulwochen) und
  • den Lernerfolg durch Einüben effektiver Lernmethoden (Lernen des Lernens, Kapitel 4.1.1 b) sichern.

 

 

Vor dem Schulwechsel

 

  • Information an die Eltern der Grundschüler in der 4. Klasse

Es erscheint uns sinnvoll, die Eltern der Viertklässler bereits frühzeitig (im Oktober) über die Anforderungen, die der Besuch unseres Gymnasiums stellt, aufzuklären. Dazu übersenden wir den Grundschulen unseres Einzugsbereiches einen Fragenkatalog, mit dessen Hilfe Eltern beobachten können, ob ihr Kind für eine gymnasiale Schullaufbahn geeignet erscheint.

 

  • Tag der Offenen Tür

Kurz vor dem Zeitpunkt der Anmeldung an unserer Schule findet ein Tag der Offenen Tür statt, an dem alle interessierten Eltern mit ihren Kindern die Schule kennen lernen können. Sie können in vielen Fächern an Unterrichtsstunden teilnehmen, Klassen- und Fachräume besichtigen, bereits viele Lehrer kennen lernen und sich in entspannter Atmosphäre über unser schulisches Angebot informieren. Die Lehrer stehen an diesem Vormittag den Eltern zu Beratungsgesprächen zur Verfügung. Für umfangreichere Beratungen werden mit den Fachlehrern einzelne Termine vereinbart.

 

  • Hospitationen

Es finden regelmäßige Hospitationen an den Grundschulen statt. Dabei erlangen unsere Lehrer Einblicke in die Arbeit an den Grundschulen und Zugang zu Arbeitsmethoden und Kenntnisstand der Viertklässler. Im Gegenzug besuchen die Grundschullehrer ebenfalls unsere Schule. Eine sinnvolle Anknüpfung an die schulische Arbeit der Primarstufe ist somit gewährleistet.

 

  • Klasseneinteilung

Nachdem sich die Schüler bei uns angemeldet haben, werden sie in drei gleich große Parallelkassen eingeteilt. Dabei berücksichtigen wir Wünsche seitens der Schüler, um sie mit ihren Freunden in einer Lerngruppe zusammen zu lassen, damit bestehende Freundschaften erhalten bleiben. In jeder Klasse gibt es einen Kern von Schülern aus Meschede, um eine Bindung zum Schulort herzustellen. Dies wirkt sich bei Nachmittagsveranstaltungen positiv aus. Wir legen Wert auf eine harmonische Zusammensetzung der Schüler in den Lerngruppen.

 

  • Begrüßung der neuen Sextaner

Am letzten Montag vor den Sommerferien werden die Schüler der zukünftigen Klassen 5 mit ihren Eltern in der Aula vom Schulleiter begrüßt. Schüler der Erprobungsstufe bereiten eine Feier mit Liedern, Spielen und Sketchen vor. Der Erprobungsstufenkoordinator gibt die Einteilung in die Klassen bekannt und stellt die zukünftigen Klassenlehrer vor, die anschließend den Kindern die neuen Klassenzimmer zeigen. Dort lernen sich alle erst einmal etwas näher kennen und nehmen ihre Stundenpläne und weitere Informationen zum ersten Schultag in Empfang. Die Eltern werden zur gleichen Zeit in der Aula über weitere organisatorische Dinge in Kenntnis gesetzt (Anschaffung von Unterrichtsmaterialien, Elternanteil an den Lernmitteln, Termine des ersten Halbjahres etc). Eine Schulbroschüre mit wesentlichen Informationen wird allen Kindern und Eltern überreicht.

 

Diese einzelnen Schritte bereiten die neuen Schüler auf einen erfolgreichen Besuch unseres Gymnasiums vor. Sie bringen ihnen so weit wie möglich schon die neue Schule (Gebäude, Klassenlehrer, Mitschüler) näher. Wenn Fragen zum Übergang bereits zu diesem Zeitpunkt beantwortet werden, können die zukünftigen Fünftklässler mit Freude auf unser Gymnasium in die Sommerferien gehen.

 

 

Die ersten Schulwochen

 

Die Übergangsphase wird so gestaltet, dass sie den Grundschülern, entsprechend den in unserer Präambel festgelegten Zielsetzungen, ein Vertrautwerden mit dem neuen Lebens- und Arbeitsraum ermöglicht.

Die Schüler der Klassen 5 lernen sich in der neuen Schule zu orientieren, sie machen sich mit den Lehrern und Mitschülern vertraut und sie lernen die Regeln kennen, die an unserer Schule ein friedliches und produktives Miteinander gewährleisten sollen.

Außerunterrichtliche Veranstaltungen wie eine Veranstaltung zum sozialen Lernen („Tage der Orientierung“) und eine Klassenfahrt tragen zur Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls in der Anfangsphase bei.

Unsere neuen Schüler machen die Erfahrung, dass sie angenommen, gefördert und begleitet werden. Dazu zählt auch die Begleitung durch Klassenpaten.

 

Unmittelbar vor den Sommerferien, wenn der Stundenplan und die Lehrerverteilung festliegen, treffen die in den Klassen 5 unterrichtenden Fachlehrer eine Absprache über die Aktivitäten, die im jeweiligen Fachunterricht in der ersten Woche durchgeführt werden sollen (z. B. Steckbriefe erstellen, Wandgestaltung, Schulerkundung). In der ersten Schulwoche wird dem Klassenlehrer ausreichend Zeit eingeräumt, sich mit seinen Schülern und die Schüler mit den Gegebenheiten der Schule vertraut zu machen. Der erste Schultag bleibt vollständig dem Klassenlehrer überlassen.

 

  • Neue Schule

Das Gebäude, die Raumverteilung, die Sport- und Außenanlagen werden durch Begehung, Orientierungsspiele, Befragungen etc. erfahrbar gemacht.

 

  • Neue Mitschüler

Durch gemeinsames Frühstücken im Klassenraum, eine gemeinsame Wanderung, Sportspiele, das Erstellen von Steckbriefen und Vorstellungsrunden sowie durch einen ökumenischen Gottesdienst für alle Schüler finden die Schüler der Klassen 5 in dieser Woche Gelegenheit, sich einander vorzustellen, Ängste und Vorbehalte abzubauen und ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Die Fünfer lernen darüber hinaus ihre Paten kennen, Schüler der Klassen 9 und 10, die bei alltäglichen Problemen Hilfestellung leisten, die Schüler der Fünferklassen bei Wandertagen oder Klassenfahrten begleiten und bei Klassenfesten und Spielnachmittagen mitwirken.

 

  • Neue Regeln

In der intensiven Eingewöhnungsphase lernen die Schüler die Regeln kennen, die das Schulleben (Hausordnung) sowie das Verhalten auf dem Schulweg bestimmen. Dazu dienen Übungen an der Bushaltestelle in Zusammenarbeit mit den Busordnern (Schüler der Mittelstufe), eine Einführung in das Verhalten im Bus – in Zusammenarbeit mit den örtlichen Busunternehmen – sowie die Einweisung in das Verhaltens in Notfällen.

 

  • Orientierungsveranstaltung und Klassenfahrt

In Ergänzung zum Unterricht steht bei dem Projekt „Tage der Orientierung“ das soziale Lernen im Vordergrund. Nach dem Wechsel in die neue Schule und in neue Klassen soll es den Schülern helfen, Unsicherheiten in der Anfangsphase abzubauen und Beziehungen untereinander so zu gestalten, dass eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens entsteht. Diesem Ziel dient auch eine Klassenfahrt mit einer Übernachtung, die, in Fortführung der bisherigen Praxis, möglichst frühzeitig in der Erprobungsstufe durchgeführt wird.

 

  • „Schülerbefragung“

Nach drei Monaten werden die Schüler der 5. Klassen zu ihren bisherigen Erfahrungen befragt (Anhang [A 6]) , besonderes Gewicht kommt dabei der Einführungsphase zu. Die Ergebnisse sind Gegenstand der Beratungen in der Erprobungsstufen- wie Lehrerkonferenz. Die Klassenlehrer- und Fachlehrer tauschen sich auf der 1. Erprobungsstufenkonferenz über ihre Erfahrungen aus und tragen sie der Lehrerkonferenz vor. Auch die Erfahrungen der Paten fließen in die Beratungen der Konferenzen ein.


b)     Lernen des Lernens

Die Schüler der Klasse 5 sollen lernen, selbständig und aktiv mit dem Lerngegenstand umzugehen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist es, ihre Methodenkompetenz zu schulen und zu fördern, d.h. sie müssen mit Verfahren und Techniken vertraut gemacht werden, die sie zu einem selbständigen Umgang mit dem Lernstoff befähigen. Vor diesem Hintergrund finden am Gymnasium der Stadt Meschede Methodentrainings-Tage statt, die jeweils aus unterschiedlichen Modulen bestehen:

  • Arbeitsorganisation
  • Lernen und Behalten
  • Klassenarbeiten vorbereiten
  • Informationen beschaffen
  • Lesen und Verstehen
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit und IKG (= Informations- und Kommunikationstechnische Grundbildung)

Bei der Konzipierung ist auszugehen von Klipperts Unterscheidung von Crashkursen und Methodenpflege: „Das gelegentliche Sockeltraining im Sinne eines methodenzentrierten Crashkurses ist das eine, die fachspezifische Methodenpflege ist das andere. Beides aber gehört zusammen, wenn die Schüler ihre Methodenkompetenz nachhaltig entwickeln sollen.“*

Daher bemühen sich alle Fachlehrer, die methodisch-strategischen Kenntnisse der Schüler inhaltsbezogen anzuwenden und für die Unterrichtsorganisation zu nutzen. Alle Fachlehrer können dazu einen Methodenordner einsehen, der über die gelernten Fähigkeiten der Schüler informiert.

Das Konzept des Methodentrainings wird zur Zeit in der Klasse 5 durchgeführt. Auch für die höheren Jahrgangsstufen werden fortwährend Bausteine entwickelt, die das Lernen des Lernens konsequent und nachhaltig fördern. Das Gymnasium der Stadt Meschede ist „dem Lernen auf der Spur“! 

 


*Klippert, Methodentraining. Pädagogik 12/95, 38