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Frankreichaustausch 2008

 

Frankreichaustausch 2008

31.5.2008-8.6.2008

(Fotos der Fahrt sind in der Bildergalerie, Stichwort "Fahrten") 

5:45.

Samstagmorgens.

25 Schüler(innen) der Stufen 7-11 und 2 Lehrer finden sich hochmotiviert vor dem Gymnasium der Stadt Meschede ein.

Die neue Elite?

Ganzwöchiger Unterricht?

Nein - viel besser!

Frankreichaustausch mit der Mescheder Partnerstadt Le Puy!

 

Gegen 6 Uhr begann die ca.13-stündige Hinfahrt. Die ersten Stunden im Bus waren geprägt von aufgeregtem Getuschel, Selbstschussblitzgewitter (das die ganze Fahrt mehr oder weniger intensiv anhielt) und der Einnahme eines 2., 3. oder sogar 4. Frühstücks.

Nach erster Pause um 9 Uhr kam es zum Busfahrerwechsel.

Die nächsten 9 Tage würde Ahmed uns nun sicher durch Frankreich fahren.

Hiermit begann dann auch die Vorstellungsrunde. In 5-minütigen Gesprächen  sollten sich die deutschen Teilnehmer untereinander vorstellen und kennenlernen.

1 ½ Stunden später fand die Aktion ein jähes Ende, die nächste Pause stand bevor, zur Freude mancher Kids auf einer Raststätte mit Burgerking, nachher unschwer an den burgerkingtypischen Krönchen zu erkennen.

Punkt 12:43 ertönte ein großes „AAH" und „OOH" im Bus: die Grenze nach Frankreich war passiert.

Die restliche Zeit wurde für Informationen, Tipps, Gruppeneinteilungen und Vokabeltraining genutzt.

Ab 19:00 stieg die Spannung im Bus minütlich an und erreichte um 19:30 mit der Ankunft auf dem Place Carnot in Le Puy ihren absoluten Höhepunkt.

Adrenalin pur.

Nase am Fenster plattdrücken. Stimmen wurden laut: „Wo ist mein Franzose? Hilfe!"

Als dann die Tür aufging, zögern, unsicheres Gemurmel: „Ich geh da nicht raus..."

Die Mutigen zuerst.

Fazit einer Teilnehmerin: „Ich wäre fast gestorben vor Nervosität"

Erleichterung. Alle sicher verteilt.

Dieses Gefühl kann man leider nicht in Worte fassen. Man muss es erleben.

Der erste Abend in den Familien begann.

Ich kann an dieser Stelle nur für mich sprechen, gehe aber davon aus, dass alle 25 Familien sehr freundlich und offen waren. Zumindest ich hatte quasi 6 Richtige im Lotto.

Sonntag 1.6.2008

Die Wanderung auf einem Teilstück des „Chemin de Saint Jaques".

DIE Wanderung. Von 11-16 Uhr. 12 Grad. Dauerregen. Leider kein Weg, bzw. ein Pilgerweg. Also, ein Trampelpfad durch Frankreichs Pampa. Das Wasser zum Teil bis zu den Waden. Glitschiger, rutschiger Matsch.

Schuhe, Hose, Rucksack nass, alles nass.

Dafür aber atemberaubend schöne Ausblicke in nahezu unberührter Natur. Es hat sich gelohnt. Nach allen Strapazen am Ziel in Monistrol sur Loire anzukommen, war schon ein tolles Gefühl.

Außerdem lernt man sich auf so einer Wanderung wirklich kennen. Man hilft sich, arbeitet Hand in Hand und blickt nachher gemeinsam und stolz auf den geschafften Weg zurück.

Trotzdem gut, dass es in Frankreich heiße Duschen gibt!

 

Montag 2.6.2008 

Nach ausführlichem französischen Frühstück in den Familien trafen wir uns um 9 Uhr an der Schule.

9:15 bereitete uns die Direktorin der Schule einen netten Frühstücksempfang. Also noch einmal frühstücken...Croissants, Schokocroissants, Rosinenschnecken, Kaffee, Orangensaft, Baguette....

Danach durften wir für 2 Stunden in den französischen Unterreich hineinschnuppern. Dieser Unterricht ist doch etwas anders gestaltet als in Deutschland, Unterrichtsmethode ist größtenteils Frontalunterricht. Was in Mathe „Plin, plin, plin" bedeutet - wir wissen es bis heute nicht.

Danach ging es in die Mittagspause. Die meisten Gastmütter hatten sich mit dem casse-croûte sehr viel Mühe gegeben, aber leider waren es mal wieder „französische Mengen", so dass sogar ich nach meinem zweiten Baguettebrötchen kapitulieren musste. Allerdings fand sich doch noch ein bisschen Platz in manchem Bauch in Anbetracht eines vom Lateinlehrer spendierten Kuchens. Dieser Kuchen schmeckte unbeschreiblich gut.

Nach der großen Pause ging's nonstop zur Stadtführung durch Le Puy, jedoch nur für die deutschen Korrespondenten. Danach begannen die Ateliers. 5 Arbeitsgruppen, die sich alle mit dem in Le Puy beginnenden Pilgerweg beschäftigten, wurden eingeteilt und die zugehörigen Aufgaben ein erstes Mal durchgesprochen. Da sich in jeder Gruppe sowohl Deutsche als auch Franzosen befanden, kam es zu einem bunten Sprachenmix und am Ende des Austausches zu erstaunlich guten Resultaten. Erstellt wurden u.a. ein zweisprachiges Pilger-ABC, Interviews, Plakate, ein Film...

Um 18 Uhr endete für uns und unsere Franzosen der Unterricht und ein  „typischer" Schultag ging dem Ende entgegen.

 

Dienstag 3.6.2008

Lyon.

7:45 Abfahrt.

Die Anreise in 3 Wörtern: Müdigkeit, Reiseübelkeit, Dönerlieder.

In Lyon angekommen begann für die Schüler eine wirklich interessante Stadtführung u.a. durch die römischen Aulapen, auf der leider ein paar Schüler in den <<traboules>> (den romantischen Durchgängen) verloren gingen. Wie man so etwas schaffen kann, dazu gehört Talent.

Hauptmotivation für soviel Durchhaltevermögen war, neben dem erstmals  sonnigen Wetter, das versprochene Shopping in der Innenstadt.

Hier galt es, in den verschiedensten Läden seine Französischkenntnisse unter Beweis zu stellen.

Natürlich hatten unsere lieben Familien uns wieder mit einem üppigen Picknick eingedeckt. Dies vollständig aufzuessen und außerdem noch später zu Hause das französische Abendessen ganz zu schaffen, das war eine echte Herausforderung.

15:30 fanden sich schließlich alle wieder am vereinbarten Treffpunkt ein.

 Alle da. Alle pünktlich.

Lyon hinter uns, das Abendessen vor uns. Ein weiterer Abend in den Familien konnte kommen.

 

Mittwoch 4.6.2008 

6 Uhr. Der Wecker klingelt.

7 Uhr. Pilgermesse. Mit dem Bischof.

Nach der Messe führten manche für ihre Ateliers Interviews mit „echten" Pilgern, die an diesem Tag von Le Puy nach Santiago de Compostella aufbrechen würden. Interessante Antworten und Menschen aus unterschiedlichsten Ländern wie South Carolina, Quebec und Irland machten den Morgen trotz der Frühe zu einem besonderen Ereignis.

Anschließend wurden die Ateliers weitergeführt. Von 10 Uhr-12 Uhr standen zwei ehemalige Pilger, die den Pilgerweg mehrmals zurückgelegt hatten Rede und Antwort. Beeindruckt hat uns ihre Offenheit und die Schilderung ihrer persönlichen Erfahrungen, wenn auch zum Ende hin der Hunger die Neugier besiegte.

Mittwochs haben französische Schüler nur bis 12 Uhr Schule. So stand uns ein ganzer Nachmittag zur freien Verfügung, den die meisten ausgiebig mit ihren Korrespondenten nutzten.

Der Abend bestand aus Bowling mit der gesamten Gruppe. Fazit: fantastische Idee, mit sehr viel Spaß verbunden. Deshalb gingen wir erst gegen 22:30 zufrieden in die Gastfamilien zurück.

 

Donnerstag 5.6.2008 

Der Tag begann sowohl für Franzosen als auch für Deutsche um 8 Uhr mit Schule. 10-12 Uhr wieder die Ateliers, wo die Fertigstellung der deutsch-französischen Projekte drängte.

Nach der Mittagspause trafen wir uns um 13:45 Uhr, um die berühmte Aiguillhe St. Michel zu besichtigen. Der Weg nach ganz oben stellte sich als beschwerlich heraus, da die  267 Stufen durch den Dauerregen ganz rutschig geworden waren. Passiert ist aber niemandem etwas und trotz der grauen Regenwolken konnte man den schönen Ausblick genießen. Nach dem Gruppenfoto gingen wir in die Kirche, welche man schon im 9. Jahrhundert erbaut hatte.

Im Anschluss daran besichtigten wir ein Spitzenatelier, da Le Puy und die Umgebung durch die Klöppelkunst Berühmtheit erlangt hatte. Auch durften wir selbst einmal ausprobieren wie es ist, zu klöppeln. Selbst ein paar Jungen brachten den Mut auf, die Fädchen in der richtigen Reihenfolge übereinander zu legen.

 

 

Freitag 6.6.2008

Letzter Schultag für uns an den französischen Schulen.

Letzter Tag schon?

Das bedeutete: Ateliers fertig stellen, Musik für den Soirée einüben. Natürlich inklusive der selbstgedichteten Strophen auf die Melodie von „Aux Champs Elysées" von Frau Schäfer und Madame Gay, genannt „Sur le chemin de St. Jacques" von denen besonders eine Strophe ganz große Begeisterung fand...

Während des gesamten Austausches wurde übrigens mehr oder weniger häufig das oben genannte Lied zitiert, gesungen, gepfiffen...

Als nächstes stand die Besichtigung des Conseil General auf dem Programm. Da es sich hierbei um einen Sponsor für den Austausch handelte: Interessiert gucken, freundlich sein und trotz eiskaltem Regen und Hunger der netten Dame Aufmerksamkeit schenken. Ehrlich gefreut haben wir uns aber über die kleinen Präsente.:Tasche und Taschenradio. Sofort wurden sie fleißig ausprobiert.

Nach dem Essen fand eine Stadtralley mit (fast) allen Franzosen statt. Gemeinsam schafften es alle, die detailreichen Fragen zu beantworten. Nun stand es uns offen, noch in der Schule zu bleiben und den Film „Pilgern auf Französisch" anzusehen, oder „nach Hause" zu gehen.

Fest stand: 18 Uhr am Rathaus. Leider war der Bürgermeister, eine bekannte Persönlichkeit auch in Paris, nicht da. Dafür wurden wir überaus freundlich von einer Stellvertreterin empfangen, haben spontan das „Frankreichlied" Champs Elysées mit verändertem Text zum Besten gegeben.

Die gereichten <<amuse guente>> ,von den Gastgebern bereiteten opulenten Probierhäppchen, erweckten einen abenteuerlichen Eindruck. Ich weiß zwar immer noch nicht, was sich in den kleinen Häppchen nun wirklich befand, aber Ausprobieren ist immer gut.

Die Soirée, als Abschlussabend gedacht, begann mit dem Zeigen eines von Atelier 4 erstellten Films über den Chemin de St Jacques, welcher reichlich Applaus erntete. Dann ging es über in ein Abendessen und nach Präsentation der übrigen Atelier-Ergebnisse und Gesang, stahlen sich viele in die 10 m entfernte Turnhalle, wo der Abschlussjahrgang des Gymnasiums seine Abschlussparty feierte. So kam es, dass dieser Abend erst um 23 Uhr endete...

 

 

Samstag 7.6.2008

Dieser Tag stand den Familien ganz zur freien Verfügung.

 

Sonntag 8.6.2008

8:30

 

Abschied.

Tränenreicher Abschied.

Unmöglich, wie schnell eine Woche vergehen kann.

Gut, dass unsere Franzosen noch einmal nach Deutschland kommen.

 

Wir wollen noch nicht zurück!

Kann man sich nicht irgendwo verstecken?

 

Ein letztes Umarmen, dann steige auch ich in den Bus.

Blicke zurück. Auf eine fantastische Woche.

Winken.

Dann biegt der Bus um eine Kurve.

13 endlos lange Stunden Fahrt vor uns.

Eine unvergessliche Zeit hinter uns.

 

Fortsetzung folgt!

Im Dezember 2008...

 

 

 

Theresa Schnettler 11c

 

11/6/2008