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Die Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe)

Beratung und Förderung

 

Die Planung der Oberstufenlaufbahn erfordert gründliche allgemeine und individuelle Information und Beratung der Schüler sowie der Eltern, um die gemeinsame Verantwortung für den Bildungserfolg wahrnehmen zu können.

  • Laufbahnberatung

Unter Beachtung der „Ausbildungs- und Prüfungsordnung Gymnasiale Oberstufe“ (APO-GOSt) stellt das Beratungssystem sicher, dass die umfangreichen rechtlichen Vorgaben für die Oberstufenlaufbahn eingehalten werden.

Rechtzeitig vor der Beendigung der Laufbahn in der SI führt der Oberstufenkoordinator in den Klassen 10 unserer Schule und in den abgebenden Haupt- und Realschulen unseres Einzugsbereichs allgemeine Informationsveranstaltungen über die Regelungen der APO-GOSt durch und steht für individuelle Beratung zu Verfügung. Zusätzlich erfolgt eine allgemeine Informationsveranstaltung rechtzeitig vor dem Anmeldetermin für ein neues Schuljahr für Eltern und Schüler.

Die Vorschriften der APO-GOSt werden jeweils zu den Terminen der Kurswahlen erneut durch den Oberstufenkoordinator, der auch die Wahlen und die Kursbildung regelt, vorgestellt.

Die individuelle Laufbahnberatung und -kontrolle erfolgt durch die jeweiligen Beratungslehrer einer Jahrgangsstufe. Sie begleiten die Schüler durch die gymnasiale Oberstufe.

  • Inhaltliche Beratung

Die inhaltliche Beratung erfolgt zunächst im Rahmen der o.g. Informationsveranstaltungen durch eine Skizzierung der wichtigsten Unterrichtsinhalte der Fächer, die in der gymnasialen Oberstufe angeboten werden. Haupt- und Realschülern, die über den Wechsel zur gymnasialen Oberstufe nachdenken, wird die Gelegenheit gegeben, an einem Schnuppertag am Unterricht der Klasse 11 teilnehmen.

Sofern die Zahl der Quereinsteiger sowie der grundständigen Schüler es erlaubt, wird in der Einführungsphase eine separate Klasse für die Schüler aus den Real- und Hauptschulen eingerichtet, um die besonderen Probleme des Übergangs fachlich und methodisch abzufedern. Dazu gehört auch die Erteilung von Angleichungsunterricht in den Fächern, in denen besonderer Förderbedarf besteht.

Vor den Herbstferien eines Schuljahres soll der Oberstufenkoordinator mit den Schülern aus den Real- und Hauptschulen Evaluationsgespräche führen, um möglicherweise bestehende Unsicherheiten und Schwierigkeiten sowie besondere individuelle  Beratungserfordernisse zu erkennen.

Die individuelle fachliche Beratung obliegt den Fachlehrern der Kurse ebenso wie die Information über die Möglichkeit, besondere fachliche Herausforderungen – z.B. durch die Teilnahme an außerschulischen Wettbewerben – anzunehmen.

Es wird angestrebt, nach 11/1 die Erfahrungen über die schulische Ausgangssituation und die bis dahin erkennbaren Entwicklungen der ehemaligen Real- und Hauptschüler zwischen deren früheren Lehrern und den jeweiligen Kurslehren informell auszutauschen, um beiden Seiten Einsicht in schulische Ausgangssituationen, Erwartungen und Entwicklungen zu ermöglichen.

  • Wissenschaftspropädeutisches Methodenlernen

Zur Einführung in die grundlegenden Methoden des selbständigen Arbeitens in der gymnasialen Oberstufe wird in der dritten Schulwoche für alle Schüler der Jahrgangsstufe 11 ein Workshop „Lernen des Lernens“ durchgeführt. Er vermittelt Kenntnisse über fächerunabhängige Arbeitstechniken und Arbeitsweisen. Das Kollegium wird jährlich unmittelbar nach der Veranstaltung über die Inhalte informiert.

Besondere Gegenstände sind:

  • Vorgänge und Abläufe menschlichen Lernens
  • Strategien zur Erleichterung des Lernens (Zeitmanagement, Wiederholungen, Hausaufgaben, Mitschriften, Mappenführung)
  • Umgang mit Arbeitsanweisungen
  • Einführung in verschiedene Möglichkeiten der Informationsgewinnung (Umgang mit wissenschaftlichen Bibliotheken, Internetrecherche)
  • Einführung in verschiedene Methoden der Erschließung längerer Texte (Exzerpte, Markierungen, Visualisierungen)
  • Erstellung und Vortrag eines Referates/einer Präsentation
  • Zitierregeln in Klausuren und in wissenschaftlichen Arbeiten
  • Verfahrensweisen im Schulalltag (Entschuldigungsheft, Beratungsmodalitäten)

Die im Workshop vermittelten formalen Regeln für schriftliche Arbeiten sind für alle Fächer verbindlich. Durch geeignete „gesellige“ Bestandteile und durch entsprechende Vorgehensweisen ermöglicht der Workshop den Schülern auch, sich als Jahrgangsstufe zusammenzufinden und die neuen Schüler kennen zu lernen.

Die im Rahmen des Workshops vorgestellten Arbeitstechniken und Arbeitsweisen werden in der Jahrgangsstufe 11 im Fachunterricht aller Fächer systematisch vertiefend eingeübt und eingefordert. Dabei soll dem eigen-verantwortlichen Lernen der Schüler – z.B. durch längerfristige Aufgaben -, der Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen und der verlässlichen Einhaltung von Zeit- und Arbeitsplänen besonderer Stellenwert zukommen. Im Zusammenhang mit der Erarbeitung fachspezifischer Methoden sollen in allen Fächern die Methoden der Texterschließung vertiefend geübt werden. Ebenso soll in allen Kursen auf das Anlegen einer geordneten und übersichtlichen Arbeitsmappe geachtet werden.

In der Jahrgangsstufe 12 sollen die Arbeitstechniken nur noch punktuell und nach Bedarf wiederholt werden, so dass sie in der Jahrgangsstufe 13 den Schülern verfügbar sind.

Die formalen Regeln für die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit werden in zeitlichem Zusammenhang mit der Facharbeit in der Stufe 12 an einem besonderen Lerntag wiederholend vertieft und ergänzt. Zur Unterstützung erhalten die Schüler ein Regelheft.

Die Facharbeit hat besondere Bedeutung für das wissenschaftspropädeutische Lernen. Die Schüler legen entsprechend den Vorschriften über die Facharbeit mit dem Kurslehrer das Thema gemeinsam fest und beraten sich regelmäßig mit dem Kurslehrer über den Fortgang der Arbeit. Die Zahl der zu betreuenden Facharbeiten soll nicht mehr als fünf Arbeiten pro Lehrer betragen.

  • Gestaltung der Lernumgebung

Der Unterricht  in der gymnasialen Oberstufe wird im Fachraumsystem  durchgeführt. Um den Anforderungen an selbständiges Lernen nachkommen zu können, sollen die Fachräume mit Fachlexika bzw. grundlegenden Fachwerken sowie technischen Geräten ausgestattet sein. Die Unterrichtsräume sollen die Möglichkeit bieten, Arbeitsergebnisse für den erforderlichen Zeitraum zu präsentieren.

  • Förderung der Leistungsbereitschaft

Die Schule strebt nach einer Kultur der Leistung und erkennt Leistungsbereitschaft der Schüler an. Dies geschieht z.B. durch die Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen, Wettbewerbsbeiträgen usw. im Rahmen von Ausstellungen oder auf der Schulhomepage. Im Rahmen einer offiziellen Jahresabschlussfeier der Schulgemeinde sollen sowohl besondere Leistungen als auch besonderes Engagement für die Schulgemeinde gewürdigt werden.

  • Fächerverbindendes und fächerübergreifendes Arbeiten

Als vorgeschriebene Form des fächerverbindenden und -übergreifenden Arbeitens wird in der Jahrgangsstufe 12/2 ein Projekt durchgeführt. An dem Projekt nehmen alle Schüler eines Leistungskursblockes teil. Der entsprechende LK-Block wird durch die Kurslehrer der Stufe festgelegt, um zu gewährleisten, dass das Projektthema für jedes der Fächer Relevanz besitzt und eine curriculare Anbindung hat.

Über diese vorgeschriebene Form hinaus fördert die Schule das vernetzte Denken und die Allgemeinbildung der Schüler durch die durchgehende Einbeziehung fachübergreifender Perspektiven in den Fachunterricht. Dies wird sowohl durch die jeweiligen Kompetenzen der Fachlehrer als auch die Einladung fachfremder Kollegen in den Fachunterricht sowie durch eine Zusammenarbeit von Kursen unterschiedlicher Fächer bei gemeinsamen Themenbereichen und während verabredeter Unterrichtsphasen ermöglicht.

Ziel ist es, zu einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit zu gelangen. Grundlage für diese Perspektive ist der curriculare Austausch über die möglichen Schnittstellen zwischen verschiedenen Fächern. Mittelfristig sollen organisatorische Voraussetzungen für eine Institutionalisierung fächerübergreifenden Arbeitens geschaffen werden.